25.05.2011 - Die Zuwächse von zwei und zweieinhalb Prozent bei den Tariflöhnen bleibt unter der erwarteten Inflationsrate von 2,4 bis 3,0 Prozent.
Das berichtet das Magazin Wirtschaftswoche in ihrer aktuellen Ausgabe. Das Magazin zitiert den Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Ferdinand Fichtner: "Die realen Nettostundenlöhne werden, wenn überhaupt, 2011 nur sehr wenig steigen."
Laut Wirtschaftswoche zehren neben der Inflation auch steigende Sozialabgaben und die Steuerprogression an den Löhnen. Vor allem kleinere Einkommen seien betroffen, erklärte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Karl Heinz Däke, dem Magazin.
Ein Ehepaar, das 30.000 Euro jährlich verdiene und 2,5 Prozent mehr Lohn bekomme, zahle elf Prozent mehr Steuern.
Laut Wirtschaftswoche fordert Däke deshalb von der Politik einen inflationsbereinigten Steuertarif: "Ein erster Schritt ist, den Steuertarif auf Räder zu stellen, um damit die heimlichen Steuererhöhungen auszuschließen."
Auch Koalitionspolitiker fordern Korrekturen. Der Bundesvorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung MIT sieht das Auseinanderklaffen von Brutto- und Nettolöhnen im Aufschwung mit Sorge.
"Wir verprellen die Mitte der Gesellschaft", so Josef Schlarmann im Magazin: "Alle, die arbeiten, Familien gründen und Steuern zahlen – also rund 80 Prozent der Bevölkerung –, müssen wir am Aufschwung beteiligen." (uqrl)