Jeder vierte Deutsche arbeitet in Teilzeit

Beschäftigung

20.10.2011 – Das Beschäftigungswachstum in Deutschland ist nur durch einen Zuwachs bei den Teilzeit-Arbeitenden entstanden – etwa ein Viertel aller Erwerbstätigen arbeitet verkürzt.

Das zeigt der aktuelle Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach ist in Deutschland zwar die Zahl der Erwerbstätigen deutlich gestiegen. Jedoch seien die geleisteten Arbeitsstunden nicht mehr geworden.

Immer mehr arbeiten in Teilzeit

Die Zahl der Teilzeit-Arbeitenden in Deutschland ist laut DIW etwa um 40 Prozent gestiegen. Damit habe sich die Teilzeitarbeit hierzulande stärker ausgebreitet als in der EU.

Teilzeitarbeit sei zwar weiterhin eindeutig eine Domäne von Frauen. Jedoch arbeiteten immer mehr Männer mit reduzierten Arbeitszeiten. Außerdem haben laut DIW immer mehr Ältere und Hochqualifizierte eine Teilzeitbeschäftigung etwa als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer, Mini-Jobber oder auch als Selbständiger.

Teilzeitarbeit aus Mangel an Vollzeitstellen

Häufig werde allerdings nur deshalb verkürzt gearbeitet, weil keine Vollzeitstelle zu finden ist: In den letzten Jahren habe etwa ein Fünftel aller Teilzeitkräfte wegen eines Mangels an Vollzeitstellen verkürzt gearbeitet. Dabei handelt es sich dem DIW zufolge um etwa zwei Millionen Erwerbstätige.

Dem DIW-Arbeitsmarktexperten Karl Brenke zufolge lässt diese Entwicklung auf einen Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt schließen. Dafür spreche, dass sich Teilzeitarbeit immer mehr auf Personengruppen ausweitet, die bisher eher weniger verkürzt gearbeitet haben.

Beispielsweise übten zunehmend Personen mit einer mittleren Qualifikation oder einem Hochschulabschluss eine Teilzeitbeschäftigung aus. Der Anteil der Geringqualifizierten sei seit dem Jahr 2000 sogar leicht zurückgegangen. (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: