19.08.2011 – In den nächsten Monaten wollen kleine und mittlere Unternehmen bis zu 300.000 Arbeitsplätze schaffen. Ihre größte Hürde: der Fachkräftemangel.
Das geht aus dem Mittelstandsreport 2011 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor, dem mehr als 20.000 Unternehmensantworten zugrunde liegen.
Die derzeitigen Beschäftigungspläne seien fast so expansiv wie im Konjunktur-Boom 2007: 23 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen wollen demnach in den kommenden Monaten Mitarbeiter einstellen. Nur neun Prozent planen laut DIHK, ihre Belegschaften zu verkleinern. Die restlichen 68 Prozent wollen ihre Personalstärke unverändert lassen.
Beschäftigungstreiber sei vor allem die Binnenwirtschaft: Einstellungsbereit wie nie zuvor seien kleine und mittelgroße Händler, aber auch mittelständische Bauunternehmer und Hersteller von Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten sowie Spielwaren.
Gleichzeitig spürt der exportorientierte industrielle Mittelstand dem Report zufolge eine große Nachfrage auf internationalen Märkten: Beispielsweise gaben die mittelständischen Maschinenbauer sowie die kleinen und mittelgroßen Chemieunternehmen an, in den kommenden Monaten ihre Belegschaften kräftig aufstocken zu wollen.
Die Kehrseite der Medaille: Die Unternehmen spüren die Engpässe bei qualifiziertem Personal immer stärker. Offene Stellen können laut DIHK zunehmend nicht oder nur schwer besetzt werden.
Fast ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten betrachteten dies bereits kurzfristig als ein Risiko für ihre Geschäftstätigkeit. Vor gut einem Jahr seien es mit 16 Prozent nur halb so viele Unternehmen gewesen.
Viele Betriebe hätten vor allem Probleme bei der Suche nach technisch-mathematisch versierten Fachkräften. Der Mangel betreffe jedoch längst nicht mehr nur hochqualifiziertes Personal: Auch Gastgewerbe und Hotelbranche sehen laut DIHK in den Engpässen zunehmend ein Risiko. (uqrl)
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