Leiharbeiter verdienen durchschnittlich weniger als 1.500 Euro brutto im Monat

Untersuchung

18.02.2011 - In den alten Bundesländern erhielten Leiharbeiter 2009 durchschnittlich 1.456 Euro brutto pro Monat. Das ist etwa die Hälfte des Verdienstes eines normalen Vollzeitbeschäftigten.

In Ostdeutschland habe der durchschnittliche Brutto-Verdienst inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld sogar nur 1.124 Euro betragen, berichtet die Süddeutsche Zeitung (S.Z.).

Zu den Löhnen in der Verleihbranche habe der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine Untersuchung vorgestellt, für die erstmals die Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) ausgewertet wurde. Grundlage seien die Lohnangaben von fast 500.000 vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern in der Branche gewesen. 


Nach Angaben eines Personaldienstleisters können die unterschiedlichen Lohnverhältisse auch dadurch erklärt werden, dass Leiharbeiter oftmals niedriger qualifiziert sind und eine geringere Betriebszugehörigkeit als normale Angestellte aufweisen.

Nur jeder Fünfte kommt auf 2.000 brutto

Demnach verdient nur knapp jeder fünfte Leiharbeiter monatlich mehr als 2.000 Euro brutto. Auf diesen monatlichen Mindest-Verdienst kämen in der gesamten Wirtschaft rund 70 Prozent der Vollzeitbeschäftigten. 


Damit erhielten deutsche Leiharbeitskräfte mit einem Vollzeitjob durchschnittlich nur etwa halb so viel wie Vollzeit-Beschäftigte in der Wirtschaft insgesamt. 


Mehr als zehn Prozent im Westen und gut 20 Prozent im Osten verdienten sogar weniger als 1.000 Euro brutto im Monat – obwohl sie Vollzeit arbeiteten.

Jeder achte Leiharbeiter ist "Aufstocker"

Deshalb müssten viele Leiharbeiter zusätzliche Leistungen vom Staat beziehen. Der Studie zufolge waren Mitte 2010 etwa 92.000 Leiharbeiter mit einem sozialversicherungspflichtigen Job auf Hartz IV angewiesen. Das sei fast jeder achte. (uqrl)

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