19.07.2011 – Die globale Vormachtstellung der US-Rating-Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch könnte schon bald durch eine europäische Alternative gebrochen werden.
Wie das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner Ausgabe 8/2011 berichtet, will die neue, europäische Rating-Agentur bereits im zweiten Quartal 2012 erste Länderbewertungen abgeben.
Im zweiten Halbjahr 2012 sollen dann Noten für Banken und 2013 zu Unternehmen und Finanzprodukten folgen. Zu diesem Zeitpunkt sollen etwa 1.000 Mitarbeiter an allen wichtigen Finanzplätzen für eine globale Präsenz sorgen.
Laut Capital wirbt Markus Krall, Partner der Unternehmensberatung Roland Berger, seit einem Jahr bei Regierungen, EU-Unternehmen und der EU-Kommission für ein neues, europäisches Modell. Es ist als Stiftung geplant und soll privat finanziert werden.
Die Dienste sollen deutlich günstiger angeboten werden als die amerikanischer Anbieter: Während heute das Rating eines Dax-Konzerns leicht eine Million Euro koste, will die europäische Alternative weniger als die Hälfte verlangen, so das Magazin.
Beim neuen Modell sollen anders als bislang nicht die Emittenten, sondern Investoren die Kosten des Ratings tragen.
Rund 300 Millionen Euro soll der Aufbau laut Capital kosten. Das Startkapital für die unabhängige Stiftung soll von europäischen Firmen der Finanzbranche kommen.
Krall gegenüber Capital: "Bis Ende 2011 werden wir ein Konsortium von bis zu 25 Teilnehmern gebildet haben, die je zehn Millionen Euro investieren." Die Politik unterstütze den Plan. (uqrl)