21.07.2011 – Verschiebung der Wachstumskräfte: Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird zunehmend von den Konsumausgaben der privaten Haushalte getragen.
Dies prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem aktuellen Konjunkturbericht.
Demnach nehmen die Impulse vom Außenhandel und von inländischen Investitionen künftig etwas ab, während sich die privaten Konsumausgaben merklich beleben.
Damit würden sich die Wachstumskräfte allmählich verschieben: Zum Beginn des Aufschwungs 2009 sei die Exportwirtschaft noch die treibende Kraft gewesen. Danach seien die Investitionen zunehmend zum Wachstumstreiber geworden.
Bisher sei der Privatkonsum ebenso wichtig für das Wirtschaftswachstum gewesen wie im vergangenen Konjunkturzyklus, der 2003 eingesetzt habe.
Im Vergleich dazu sei die derzeitige Arbeitsmarktsituation aber deutlich günstiger: Die Einkommen der privaten Haushalte dürften in den kommenden Quartalen ansteigen, so der BVR. Die Treiber dieser Entwicklung: die wachsende Beschäftigung und der höhere Lohnanstieg.
Insgesamt befindet sich die deutsche Wirtschaft laut BVR Mitte 2011 in einem robusten Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands wird der Prognose zufolge im Jahr 2011 preisbereinigt um 3,2 Prozent höher liegen als 2010.
Das Wachstumstempo werde sich im weiteren Verlauf zwar abschwächen, dürfte aber auch im kommenden Jahr hoch bleiben. Für das Jahr 2012 rechnet der BVR mit einem Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent. (uqrl)