So hat sich das deutsche Handwerk seit 2005 entwickelt

Überblick

07.06.2011 - Umsatzzuwächse, geringe Insolvenzzahlen, stabile Beschäftigungszahlen: Das Handwerk hat sich vor und während der Wirtschaftskrise als beständig erwiesen. Wie sich die Betriebe in den letzten Jahren entwickelt haben, lesen Sie hier.

Wie der Bundestag berichtet, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der Fraktionen von CDU/CSU und FDP, dass das deutsche Handwerk wesentlich zur Überwindung der Wirtschaftskrise beigetragen habe. 

 

Laut Bundesregierung haben deutsche Handwerksbetriebe trotz erheblicher Umsatzrückgänge während der Wirtschaftskrise an ihren Beschäftigten festgehalten. Auch die Insolvenzzahlen im Handwerk seien geringer gewesen als die der übrigen Wirtschaft. 


Die Bundesregierung informiert laut Bundestag in ihrem Antwortschreiben auch über die derzeitige Lage des Handwerks:

1. Umsatzentwicklung

Seit 2005 seien die Umsätze der Betriebe von 456 auf rund 492 Milliarden Euro im Jahr 2010 gestiegen. Umsatzzuwächse verzeichneten die Ausbauhandwerke, das handwerkliche Bauhauptgewerbe sowie die Gesundheits- und Lebensmittelhandwerke. Ungünstig hätten sich dagegen Umsätze und Beschäftigung in personenbezogenen Dienstleistungshandwerken wie dem Friseurhandwerk entwickelt.

2. Beschäftigung

Die Beschäftigung im Handwerk sei stabil. Die Zahl der Beschäftigten könne nach 4,730 Millionen im Jahr 2010 auf 4,755 Millionen im Jahr 2011 steigen.

3. Branchen

Die Zahl der Ausbauhandwerke sei gestiegen. Grund sei die Novellierung der Handwerksordnung mit zahlreichen jetzt zulassungsfreien Handwerken. Beispielsweise sei die Zahl der eingetragenen Fliesenleger seit 2004 von 25.545 auf 59.352 gestiegen. 


Eine Zunahme gebe es auch bei den gewerblichen Handwerksbetrieben. Der Grund: die stark gestiegenen Betriebszahlen im Gebäudereinigungshandwerk.


Rückläufig seien die Betriebszahlen in den Lebensmittelhandwerken, wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht: "Während das Fleischerhandwerk absolut schrumpft, nimmt zwar auch die Zahl der Bäckerbetriebe ab, allerdings bei einer gleichzeitig steigenden Zahl von Filialen."

4. Frauen im Handwerk

Inzwischen werde jeder fünfte Betrieb von Frauen geführt. Der Anteil der Frauen an Meisterprüfungen habe 1994 noch bei 10,1 Prozent gelegen und sei 2009 auf 19,8 Prozent gestiegen.

5. Ausbildung

Von den 2010 bundesweit abgeschlossenen 560.000 Ausbildungsverträgen seien 155.178 bzw. 27,7 Prozent auf das Handwerk entfallen. Die meisten Männer würden in den Berufen Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ausgebildet, Frauen überwiegend in den Berufen Friseurin, Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk und Bürokauffrau. 


53,7 Prozent aller neuen Auszubildenden im Handwerk hätten einen Hauptschulabschluss, 34,8 Prozent seien von der Realschule gekommen, 6,3 Prozent hätten eine Studienberechtigung gehabt. 5,2 Prozent hätten keinen Hauptschulabschluss gehabt. 


Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort auf Klagen über Jugendliche, "die insbesondere Schwierigkeiten in schriftlichen, sprachlichen und rechnerischen Darstellungen haben". Auch die Partner des Ausbildungspakts hätten darauf hingewiesen, dass Jugendliche die Schule ohne hinreichende Grundbildung verlassen würden.

6. Handwerksbetriebe in Ostdeutschland

Die Bundesregierung: "Das ostdeutsche Handwerk stand im Jahr 2009 doppelt so stark da wie bei der Deutschen Einheit." Es gebe inzwischen 179.114 Betriebe (ohne Berlin) und 781.000 Beschäftigte. Sie hätten 2009 einen Umsatz von 75,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Mit 64.295 Lehrlingen sei die Ausbildungsleistung fast dreimal so hoch wie 1989. 


(uqrl)

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