24.10.2011 – Deutsche Mittelständler haben mit Blick auf die Schuldenkrise das Vertrauen in wichtige politische Institutionen verloren, darunter in die EZB.
Das hat eine Umfrage der Wirtschaftsverbände "Die Familienunternehmer-ASU" und "Die Jungen Unternehmer-BJU" exklusiv für das Magazin Wirtschaftswoche ergeben. Demnach äußern nur noch elf Prozent hohes oder sehr hohes Vertrauen in die Arbeit der Europäischen Zentralbank (EZB).
Auch die Bundesregierung erhält der Umfrage zufolge nur von elf Prozent einen Vertrauensvorschuss. Noch schlechter schneide im Votum der Firmenchefs die EU-Kommission ab – hier lägen die Vertrauenswerte bei fünf Prozent.
ASU-Präsident Lutz Göbel: "Die EZB ist durch die riesigen Anleihekäufe im Gegensatz zur Bundesbank völlig vom Pfad der Geldwertstabilität abgekommen." Mit der Euro-Krise sei in der Unternehmerschaft "generell das Vertrauen in die Politik gesunken."
Positiv schneidet laut Wirtschaftswoche nur das Bundesverfassungsgericht ab, zu dem 62 Prozent der knapp 400 befragten Unternehmen großes Vertrauen haben. Die Deutsche Bundesbank genieße immerhin noch bei 37 Prozent hohes Vertrauen. (uqrl)