Weiterhin hohe Lohnstückkosten in Deutschland

Produktivität

17.01.2012 – In der deutschen Industrie sind die Lohnstückkosten unterm Strich seit 1999 konstant geblieben.

Darüber informiert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Damit stehe Deutschland besser da als die übrigen Euroländer, die von 1999 bis 2010 ein Lohnstückkostenplus von zwölf Prozent verzeichneten.

In anderen großen Industriestaaten wie den USA und Japan seien die Kosten dagegen um jeweils fast 30 Prozent gesunken (in Euro umgerechnet).

Berücksichtige man den Wechselkurs-Einfluss, blieben die Lohnstückkosten aller wichtigen internationalen Konkurrenten damit seit 1999 unverändert.

Hohes Lohnstückkosten-Niveau im verarbeitenden Gewerbe

Das deutsche verarbeitende Gewerbe weise im internationalen Vergleich nach wie vor das fünfthöchste Lohnstückkosten-Niveau auf: Der deutsche Produktivitätsvorsprung sei zu gering, um die hohen Arbeitskosten hierzulande wettzumachen.

Insgesamt habe die ausländische Konkurrenz einen Lohnstückkostenvorteil von zwölf Prozent.

Zwar seien mit Großbritannien, Frankreich und Italien gerade die anderen großen europäischen Volkswirtschaften teurer als Deutschland. Doch weitere wichtige Lieferanten von Industriegütern hätten deutlich niedrigere Lohnstückkosten – in den USA und Japan etwa betrage der Abstand zur deutschen Industrie jeweils rund ein Viertel.

Hintergrund Lohnstückkosten

Die hohen Arbeitskosten in Deutschland müssen durch eine entsprechend hohe Produktivität erwirtschaftet werden.

Die Lohnstückkosten spiegeln das Verhältnis von Arbeitskosten und Produktivität wider – und spielen deshalb laut einer IW-Studie eine wichtige Rolle bei der Standortwahl. (uqrl)

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