Weniger Wirtschaftsdelikte, höherer Schaden

Großunternehmen

26.10.2011 – Die Wirtschaftskriminalität in großen Unternehmen hat insgesamt abgenommen. Jedoch richtet ein Wirtschaftsdelikt größeren Schaden an als vor zwei Jahren.



Das ist ein Ergebnis der Befragung "Wirtschaftskriminalität 2011" der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 830 großen Unternehmen.

Unterschlagung und Spionage sind teuer

Demnach ist gut jedes zweite große Unternehmen in Deutschland in den letzten zwei Jahren mindestens einmal Opfer von Unterschlagung, Korruption, Industriespionage oder anderen Wirtschaftsdelikten geworden.

In der letzten Studie aus dem Jahr 2009 hätten dies noch 61 Prozent der Befragten ausgesagt. Vermögensdelikte wie Betrug und Diebstahl bleiben laut PwC die häufigsten Fälle.

Den Schaden, der ihnen im Durchschnitt durch wirtschaftskriminelle Handlungen entsteht, bezifferten deutsche Unternehmen auf rund 8,4 Millionen Euro. 2009 habe die durchschnittliche Schadenshöhe noch bei 5,6 Millionen Euro gelegen.

Beeinflusste Geschäftsbeziehungen und Ansehensverlust

Mutmaßlich deutlich höher als die direkten Schäden seien die indirekten Folgekosten der Straftaten: So berichteten 50 Prozent der befragten Unternehmen, dass ihre Geschäftsbeziehungen spürbar beeinträchtigt worden seien.

41 Prozent der Befragten nannten einen gravierenden oder mittelschweren Ansehensverlust als Folge – 2007 waren es nur 27 Prozent. Laut PwC berichteten zu Beginn der Studienreihe 2001 sogar nur zehn Prozent der befragten Unternehmen über Reputationsschäden.

Korruption bleibt Thema

Dagegen sei der Anteil der nachweislich von Korruption betroffenen Befragten mit zwölf Prozent auf dem Niveau der Vorjahre geblieben.

Steffen Salvenmoser, verantwortlicher Partner im Bereich Forensic Services von PwC: "Die Schädigung durch Schmiergeldzahlungen oder sonstige Bestechung fällt vermutlich noch höher aus. Gut jedes vierte Unternehmen ist davon überzeugt, aufgrund illegaler Einflussnahme von Wettbewerbern mindestens einmal bei einer Ausschreibung in Deutschland nicht zum Zuge gekommen zu sein." (uqrl)

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