14.10.2011 – Die vier großen Wirtschaftsinstitute prognostizieren der deutschen Wirtschaft 2012 ein Wachstum von etwa 0,8 Prozent – nach 2,9 Prozent in diesem Jahr.
Grund für das nachlassende Wachstum im nächsten Jahr sei die schlechte weltwirtschaftliche Lage, so die Bundesregierung. Dem aktuellen Herbstgutachten zufolge erwartet sie für 2012 außerdem schwächer steigende Verbraucherpreise und eine weiter sinkende Arbeitslosenquote.
Eine Folge der insgesamt positiven Aussichten: Die deutschen Staatsfinanzen verbessern sich nach Ansicht der Regierung weiter. In diesem Jahr sinke die Nettoneuverschuldung des Staates auf 0,9 Prozent, im nächsten Jahr auf 0,6 Prozent (bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt).
Hauptrisiko für die hiesige und weltweite Konjunktur sei die Schuldenkrise im Euroraum. Laut Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler wird die deutsche Wirtschaft aber auch weiterhin "ein Stabilitäts- und Wachstumsanker in Europa bleiben".
Nach Ansicht des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) steht die deutsche Wirtschaft vor einer Wachstumspause im kommenden Winter, nicht aber vor einer Rezession. Damit teilt der BVR die Einschätzung der Wirtschaftsforschungsinstitute.
Dem BVR zufolge steht die deutsche Wirtschaft unverändert auf einem soliden Fundament. Der Verband rechnet für das Jahr 2012 mit einem Wachstum von 1,5 Prozent – und ist damit optimistischer als die Institute, die einen Zuwachs von nur 0,8 Prozent vorhersagen.
Damit die Wirtschaft weiter an Schwung gewinnt, müssten die Euro-Staaten allerdings einen Mentalitätswechsel vollziehen, durch den die Finanzpolitik noch strikter stabilisiert wird – nur so könne die Euro-Schuldenkrise bewältigt werden. (uqrl)