Deutschland gilt als Geldwäsche-Paradies

Behörden

19.01.2012 – Italiens oberster Mafia-Jäger, Roberto Scarpinato, sieht Deutschland als Paradies für Geldwäscher.

Das Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 2/2012) zitiert den Oberstaatsanwalt aus Palermo: "Wenn ich Mafiosi wäre, würde ich in Deutschland investieren."

Scarpinato werfe den deutschen Behörden vor, "Geldwäscher schlimmstenfalls wie einen Steuersünder zu behandeln". Die deutsche Strafrechtsausübung gleiche der Allgemeinmedizin: "Die gültigen Gesetze sind wie alte, nicht sterile Instrumente."

Viele Helfer in der deutschen Wirtschaft

Laut dem Oberstaatsanwalt unterwandert die Mafia die deutsche Wirtschaft. Sie werde unterstützt von Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern.

Der hohe Bargeldumlauf und liquide Finanzmärkte würden dabei helfen, Spuren zu verwischen. Zu laxe Kontrollen und beschränkte Ermittlungsmethoden der Fahnder würden zudem die Wahrscheinlichkeit aufzufliegen senken.

Missstände sind bekannt

Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) weiß laut Capital um die Missstände: "Es ist paradox, dass der Staat die Verdachtsgewinnung auf die Privaten übertragen hat. Die Ermittlungsbehörden stehen in der zweiten Reihe."

Schließlich gebe es auch aus den bargeldintensiven Betrieben wie Immobilien, Spielbanken, Casinos oder Restaurants seit Jahren so gut wie keine Verdachtsanzeigen: "Dabei werden diese Bereiche von uns als hochintensiv eingeschätzt." (uqrl)

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