Firmeninsolvenzen Anfang 2011 deutlich gesunken

Zahlungsunfähigkeit

31.05.2011 - Im ersten Quartal 2011 haben insgesamt 7.423 Firmen Zahlungsunfähigkeit angemeldet – 8,7 Prozent weniger als im ersten Quartal des letzten Jahres.

Das meldet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel, die für 2011 mit bis zu 30.000 Firmenpleiten rechnet – ein Niveau, das dem vor der Finanzkrise entspreche. Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin: "Die Wirtschaft in Deutschland hat sich in den letzten Monaten kontinuierlich nach oben entwickelt." 

Allerdings bleibe ein Risiko bestehen: die mögliche Zahlungsunfähigkeit europäischer Staaten und die Auswirkung auf den Euro. Außerdem könnten die anziehenden Rohstoffpreise den Wirtschaftsmotor zum Stottern bringen.

Bayern hat eine Top-Insolvenzquote

Bürgel untersuchte auch die Anzahl der Insolvenzen je Bundesland: Die wenigsten Firmeninsolvenzen habe Bayern mit 16 Fällen je 10.000 Unternehmen gemeldet. Ebenfalls wenige Insolvenzen registrierte die Auskunftei in Baden-Württemberg (18), Hessen (21 Pleiten) und Rheinland-Pfalz (22). 


Der Bundesdurchschnitt liege bei 23 Fällen je 10.000 Unternehmen. Am schlechtesten schneide Bremen mit 50 Insolvenzen ab. Ebenfalls hohe Werte verzeichnen Bürgel zufolge Sachsen-Anhalt (42) und Sachsen (34).

Rückläufige Insolvenzzahlen in fast allen Bundesländern

Dennoch seien die Fallzahlen in 13 Bundesländern rückläufig. Am besten schlägt sich laut Bürgel im ersten Quartal Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang um 17,1 Prozent. 


Ebenfalls deutlich weniger Insolvenzen meldeten Hessen (minus 16,4 Prozent), Berlin (minus 16,0 Prozent) und Rheinland-Pfalz (minus 14,5 Prozent). Einen Zuwachs bei Firmenpleiten verzeichne das Saarland mit einem deutlichen Plus von 31,9 Prozent, gefolgt von Brandenburg (plus 2,1 Prozent) und Bremen mit einer leichten Zunahme um 0,9 Prozent.

Viele Jungunternehmer müssen Insolvenz anmelden

Nach Unternehmensalter war ein Viertel (25,3 Prozent) der Firmenpleitiers im ersten Quartal 2011 nicht länger als zwei Jahre am Markt tätig. Das hänge damit zusammen, dass es gerade Jungunternehmen oft an Eigenkapital fehlt, um Krisen zu überstehen. Außerdem hätten sie schwierigeren Zugang zum Kapitalmarkt. 


Allerdings sinke der Anteil bei den Jungunternehmen gegenüber dem Referenzquartal 2010 um 11,3 Prozent. 


Mit 24,5 Prozent entfalle der zweithöchste Anteil aller Insolvenzen auf Unternehmen, die zwischen 11 und 20 Jahre am Markt aktiv sind. Am wenigsten gefährdet seien Firmen, die bereits mehr als 50 Jahre bestehen – mit einem Anteil von lediglich 2,7 Prozent. 


Die Ursachen für Firmeninsolvenzen:

  • das Ausbleiben neuer Aufträge oder die Stornierung bzw. das Verschieben bereits erteilter Aufträge
  • Dominoeffekte durch zahlungsunfähige Firmen
  • die restriktive Kreditvergabe vieler Banken
  • innerbetriebliche Fehler sowie fehlendes Eigenkapital.


(uqrl)

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