Firmeninsolvenzen gehen spürbar zurück

Bericht

27.07.2011 - Durch den Aufschwung gehen die Insolvenzzahlen spürbar zurück: Im ersten Halbjahr 2011 haben 14.960 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt – 11,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (16.820).

Das geht aus Zahlen der Insolvenzstatistik zwischen Januar und Juni 2011 der Auskunftei Creditreform hervor. Demnach gingen die Insolvenzzahlen in allen vier Hauptwirtschaftsbereichen zurück: im verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe, im Handel und im Dienstleistungssektor.

Die meisten Insolvenzen gibt es im Dienstleistungsbereich

Das verarbeitende Gewerbe verzeichne mit 1.250 gemeldeten Fällen 13,8 Prozent weniger Insolvenzen im Vergleich zur Vorjahresperiode, im Baugewerbe seien es 6,0 Prozent weniger (2.340 Fälle). 


Im Handel ging die Zahl der Insolvenzmeldungen laut Creditreform um 19,9 Prozent auf 2.890 Fälle zurück, im Dienstleistungsgewerbe um 8,5 Prozent auf 8.480 Insolvenzen. 


56,7 Prozent aller registrierten Unternehmensinsolvenzen entstammen dem Dienstleistungssektor. Der Bereich habe damit seinen Anteil am deutschen Insolvenzgeschehen ausgebaut. Weniger betroffen sei der Handel mit einem Anteil von 19,3 Prozent (Vorjahreszeitraum: 21,5 Prozent).

Kleine und größere Firmen gingen etwas häufiger insolvent

Ein weiteres Ergebnis der Creditreform-Insolvenzstatistik 2011: Es gehen mehr kleine Firmen insolvent sowie mehr größere Unternehmen, die allerdings nur selten überregional bekannt sind. 


In acht von zehn insolventen Unternehmen waren höchstens fünf Mitarbeiter tätig. Dieser Anteil an kleinen Firmen sei gegenüber 2010 knapp gestiegen. 


Mehr als 50 Beschäftigte gab es lediglich in zwei Prozent der Fälle – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (1,7 Prozent) ein geringfügiger Anstieg.

Mehr junge und etablierte Firmen gingen insolvent

Ganz junge Unternehmen, aber auch etablierte Firmen haben laut Creditreform ihren Anteil am Insolvenzgeschehen merklich ausgebaut: 35,6 Prozent der gemeldeten Insolvenzen wiesen ein Unternehmensalter von über zehn Jahren auf (Vorjahreszeitraum: 34,3 Prozent) – 17,5 Prozent waren höchstens zwei Jahre am Markt (Vorjahr: 16,7 Prozent). (uqrl)

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