14.12.2011 - Die Insolvenzschäden der Gläubiger von Unternehmen und Privatleuten belaufen sich 2011 auf insgesamt 23,3 Milliarden Euro.
Das berichtet die Auskunftei Creditreform. Demnach hat sich das Schadensvolumen gegenüber dem Vorjahr um gut ein Viertel verringert: 2010 sei ein Schaden von insgesamt 32,1 Milliarden Euro registriert worden.
Laut Creditreform verlieren private und gewerbliche Gläubiger in diesem Jahr voraussichtlich 16,7 Milliarden Euro und die öffentliche Hand schätzungsweise 6,6 Milliarden Euro.
Insgesamt sei das Insolvenzgeschehen im Vergleich zu 2010 kleinteiliger und jünger geworden: Vor allem im Handel (83,0 Prozent) und im Dienstleistungssektor (82,8 Prozent) seien vornehmlich Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern unter den Insolvenzkandidaten zu finden.
2011 seien insgesamt 236.000 Arbeitnehmer von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen – fast ebenso viele wie 2010 (240.000 Arbeitnehmer).
Stärker als 2010 seien junge Unternehmen unter den Insolvenzkandidaten zu finden: Jedes sechste insolvente Unternehmen (16,4 Prozent) habe ein Betriebsalter von höchstens zwei Jahren erreicht – gegenüber 15,2 Prozent 2010. Wie im Vorjahr war gut ein Drittel der insolventen Unternehmen älter als zehn Jahre.
Einen überdurchschnittlichen Rückgang der Insolvenzen verzeichneten das verarbeitende Gewerbe (minus 14,1 Prozent) und das Baugewerbe (minus 13,3 Prozent). Im Handel liege das Minus mit 6,3 Prozent im Bereich des gesamtwirtschaftlichen Durchschnitts.
Die Zahl der Insolvenzfälle je 10.000 Unternehmen sei im Baugewerbe jedoch am höchsten – und im verarbeitenden Gewerbe am niedrigsten.
Stark verringert habe sich das Insolvenzgeschehen in den Branchen Maschinenbau, Textilindustrie, Kunststoffindustrie, Kfz-Handel und Herstellung von Metallerzeugnissen.
Zuwächse bei den Insolvenzen registrierte Creditreform in den Bereichen Tiefbau, Gesundheitswesen, Wach- und Sicherheitsdienstleistungen, Friseur- und Kosmetiksalons sowie Post- und Kurierdienste. (uqrl)