Jede dritte Rechnung ins Ausland wird zu spät bezahlt

Zahlungsmoral

10.05.2011 - 36 Prozent der Kunden von deutschen Exporteuren bezahlen ihre Rechnungen zu spät – obwohl die Deutschen ihr durchschnittliches Zahlungsziel bereits verlängert haben.


Wie dem Zahlungsmoralbarometer des Kreditversicherers Atradius zu entnehmen ist, haben die deutschen Lieferanten ihr Zahlungsziel im Vergleich zum Sommer 2010 bereits um fünf auf 29 Tage verlängert. Dennoch würden viele Rechnungen zu spät beglichen. 


Im Inland seien die Deutschen gemeinsam mit Dänemark EU-Spitzenreiter beim Bezahlen von Rechnungen: Inlandsrechnungen würden nach durchschnittlich 23 Tagen bezahlt – und damit einen Tag vor dem Verstreichen der durchschnittlichen Zahlungsfrist von 24 Tagen.

EU-weit große Unterschiede bei der Zahlungsmoral

Europaweit dauere es bei Kunden aus dem Maschinenbau mit rund 50 Tagen am längsten, bis sie ihre Rechnungen bezahlen – gefolgt von der Bauindustrie mit 46 Tagen. 


Auf nationaler Ebene bildeten Spanien und Italien mit durchschnittlich 83 bzw. 47 Tagen weiterhin das Schlusslicht bei der Zahlungsdauer in Europa.


Deutschlands wichtigste EU-Handelspartner Frankreich und die Niederlande überziehen die gewährte deutsche Zahlungsfrist dem Barometer zufolge im Durchschnitt um zehn bzw. acht Tage.

Deutsche binden Kunden per Zahlungsziel

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 58 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gewähren ihren Kunden Zahlungen auf Ziel – und verzichten damit auf Vorkasse oder Barzahlung. 


Ausländischen Kunden gegenüber zeigten sich die deutschen Befragten etwas zurückhaltender: Hier seien nur 48 Prozent bereit, Zahlungsziele zu gewähren.


Als Begründung für das Einräumen von Zahlungszielen gaben die befragten Unternehmen die Kundenbindung (51 Prozent) und die Umsatzsteigerung (30 Prozent) an. (uqrl)

VR-Mittelstand direkt
BLZ: