30.03.2011 - Mittelständler sind 2011 stärker von der Insolvenz bedroht als Großkonzerne. Der Verkauf an strategische Investoren oder an Private-Equity-Gesellschaften bietet einen Ausweg.
Das ist ein Ergebnis der Studie "Insolvenzen in Deutschland 2011 - Trends nach der Wirtschaftskrise", für die Strategieberatung Roland Berger 320 Banker, Finanzinvestoren und Insolvenzverwalter befragt hat.
Insgesamt gehen die Umfrageteilnehmer danach für 2011 von einem Rückgang der Insolvenzen von mindestens fünf Prozent aus.
Acht von zehn Befragten sehen eher mittelständische Firmen von der Insolvenz bedroht als Großunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro.
Die Befragten erwarten für 2011 verstärkt Verkäufe von Firmen in Folge einer Insolvenz.
Der Grund: Unternehmen mit einem hohen Verschuldungsgrad kommen laut dem Roland-Berger-Partner Max Falckenberg auch 2011 nur schwer an frisches Kapital, um die notwendigen Investitionen zu tätigen.
Der Verkauf sei eine Möglichkeit für Firmen, die von der Insolvenz bedroht sind, so der Corporate-Finance-Experte Gerd Sievers von Roland Berger: "Die Insolvenz bietet gerade bei operativ gesunden Unternehmen die Möglichkeit, Probleme auf der Finanzierungsseite zu lösen und durch einen Verkauf das Unternehmen in eine sichere Zukunft mit neuen, solventen Eigentümern zu führen"
Dies bestätigen auch rund 60 Prozent der Studienteilnehmer: Sie sehen die Sanierung mittels einer kurzfristigen M&A-Transaktion oder einer Auffanggesellschaft als häufigste Fortführungsvariante an.
Nach wie vor kommen der Studie zufolge strategische Investoren mit 43 Prozent bei den meisten M&A-Transaktionen als Käufer in Betracht. Der Anteil der Finanzinvestoren steigt aus Sicht der Befragten 2011 von fünf auf 21 Prozent gegenüber 2010.
Bei einem Firmenverkauf stehen die Chancen für eine Finanzierung 2011 laut Roland Berger gut: Jeder fünfte Befragte geht davon aus, dass sich die Möglichkeiten einer Fremdfinanzierung bei M&A-Transaktionen verbessern. 2010 waren 90 Prozent der Befragten noch von einer negativen Entwicklung ausgegangen.
Dementsprechend rechnen die meisten Befragten damit, dass weniger Eigenkapital bei der Finanzierung von M&A-Transaktionen in der Insolvenz benötigt wird – 62 Prozent schätzen den Eigenkapitalanteil auf 15 bis 45 Prozent. (uqrl)