16.12.2010 - Kundenfreundlichkeit zahlt sich meistens aus. Das ist anders bei säumigen Kunden: Zu viel Freundlichkeit kann die Existenz bedrohen.
Laut dem Portal wiwo.de bringen sich viele Mittelständler selbst in Gefahr, weil sie Kunden nicht verprellen wollen. Jedoch würden nach einer Erhebung der Auskunftei Creditreform acht von zehn Insolvenzen durch Zahlungsunfähigkeit ausgelöst – die häufig durch Forderungsverluste verursacht würden.
Bei vielen Mittelständlern setze das Forderungsmanagement zu spät ein. Das gelte besonders für das Exportgeschäft: Laut einer Creditreform-Studie würden säumige Firmen hier bis zu siebenmal angemahnt, bevor weitere Schritte eingeleitet würden.
Dabei zeigten die vermehrten Bonitätsauskünfte von mittelständischen Unternehmen, dass die Firmen für das Thema sensibilisiert sind.
Ein Frühwarnsystem im Forderungsmanagement könne Sinn machen: Beispielsweise deuteten sich Zahlungsschwierigkeiten von Kunden häufig durch gewechselte Bankverbindungen an oder auch dadurch, dass per Scheck angewiesen wird.
Ein Beispiel für einen konsequenten Unternehmer sei Kai Büntemeyer, Geschäftsführer der Kolbus GmbH, dem Weltmarktführer für Buchbindereimaschinen.
Er lasse sich von seinem Buchhalter regelmäßig über Zahlungsunregelmäßigkeiten berichten – und schicke Mahnungen los, wenn die Ursache nicht im eigenen Haus zu finden sei.
Kunden könnten ihm auch kaum damit drohen, zur Konkurrenz zu gehen, so Büntemeyer auf wiwo.de: "Potenzielle Kunden mit mangelnder Bonität sind keine potenziellen Kunden." (uqrl)