11.01.2012 – 2011 beauftragten 37 Prozent der deutschen Unternehmen bei unbezahlten Rechnungen einen Inkasso-Dienstleister. 2010 waren es nur 27 Prozent.
Das ist das Ergebnis einer Studie von Atradius Collections, dem Inkasso-Dienstleister innerhalb der Atradius Gruppe, die weltweit Kreditversicherungen, Bürgschaften und Inkassodienste anbietet. Für die Untersuchung wurden rund 5.400 Unternehmen aus 27 Ländern weltweit befragt.
Raymond van der Loos, Managing Director von Atradius Collections: "Der Erfolg beim Einzug von Außenständen bleibt das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines Inkasso-Dienstleisters, aber schon auf Platz zwei rangiert der gute Ruf des Anbieters."
Dabei gelte folgende Faustregel: Je schneller der Gläubiger oder sein Inkasso-Dienstleister mit dem säumigen Zahler Kontakt aufnimmt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
Laut Atradius Collections haben professionelle Inkasso-Dienstleister zahlreiche Möglichkeiten, um als neutraler Mittler beiden Seiten gerecht zu werden.
In den meisten Fällen ließen sich Forderungen außergerichtlich realisieren, zum Beispiel durch die Vereinbarung von Ratenzahlungen: Häufig handele es sich nur um einen vorübergehenden Liquiditätsengpass des Schuldners.
Oft könne durch das Vorgehen des Inkasso-Spezialisten sogar eine Insolvenz und damit ein Totalausfall der Forderung verhindert werden.
Spätestens bei Lieferungen ins Ausland komme das firmeninterne Mahnwesen leicht an seine Grenzen: Rechtliche Rahmenbedingungen und gelebte Wirtschaftspraxis können von Land zu Land unterschiedlich sein.
Das gelte auch für deutsche Unternehmen als Schuldner ausländischer Lieferanten. In China beispielsweise setzen laut Atradius Collections 60 Prozent der Unternehmen auf den Forderungseinzug durch Externe – obwohl reine Inkasso-Gesellschaften hier offiziell verboten seien. (uqrl)