Weniger überschuldete Deutsche registriert

Verbindlichkeiten

10.11.2011 – Ende 2011 wurden  in Deutschland weniger Personen als im Vorjahr registriert, die ihre Schulden nicht mehr begleichen können.

Das geht aus dem SchuldnerAtlas Deutschland 2011 der Auskunftei Creditreform hervor. Demnach sind zum Stichtag 1. Oktober 2011 nur noch 9,38 Prozent aller erwachsenen Deutschen überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. 2010 waren es noch 9,50 Prozent.

Mehr Arbeit, weniger Verbindlichkeiten

Der Grund für die positive Entwicklung: die gute Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung in den letzten zwölf Monaten. Viele überschuldete Personen konnten ihrem Schuldendienst wieder nachkommen, weil sie eine Erwerbsarbeit aufgenommen haben.

Die Zahl der überschuldeten Personen habe sich 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 80.000 auf bundesweit 6,41 Millionen Betroffene verringert – ein Minus von 1,3 Prozent. Gegenüber 2007 gebe es sogar knapp eine Million überschuldete Verbraucher weniger.

Nur die Frauen konnten Schulden abbauen

Creditreform konnte den Rückgang der überschuldeten Personen allein auf  weibliche Schuldner zurückführen: Während die Zahl der Männer in Überschuldungsprozessen um 1,2 Prozent auf 4,10 Millionen Personen zunahm, sank die Zahl der betroffenen Frauen um 5,3 Prozent auf 2,31 Millionen.

Längerfristig gingen allerdings auch Frauen zunehmend finanzielle Risiken ein und gerieten in die Schuldenfalle: Aktuell seien rund 220.000 Frauen mehr verschuldet als 2004.

Ein weiteres Ergebnis des SchuldnerAtlas von Creditreform: Der Trend des Vorjahres sei stabil geblieben, wonach Überschuldung jünger wird. Mittlerweile sei mehr als ein Viertel der überschuldeten Personen jünger als 30 Jahre.

Zum Schuldneratlas

Überschuldung liegt laut Creditreform vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Als die vier Hauptursachen für Überschuldungsprozesse gelten Arbeitslosigkeit, Trennung vom Lebenspartner, Krankheit und das Konsumverhalten. (uqrl)

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